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GFJ - GesundPlus Magazin, Themenschwerpunktschwindel

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Schwindel – auch auf

Schwindel – auch auf orthopädischem Fachgebiet Foto © Gina Sanders - Fotolia.com Dr. med. Wolfgang Maletius, Orthopäde, Altdorf Aus orthopädischer Sicht kann Schwindel im Rahmen eines sogenannten »cervikocephalen Syndroms« auftreten. Diese Kopfschmerzen und Schwindelattacken, die mitunter auch Hör, Seh- und Schluckstörungen aufweisen, sind zervikal, also vom Nacken/der HWS ausgehend. Grund für die Schwindelanfälle ist oft die Irritation und Einengung der Arteria vertebralis, einer kleinen Arterie, die jeweils durch einen knöchernen Kanal links und rechts in der Halswirbelsäule verläuft. Diese beiden Halswirbelsäulenarterien versorgen zusammen mit den großen Halsgefäßen seitlich am Hals, den Carotiden, das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut. Eine leichte Schwankung im Versorgungskreislauf der beiden Halswirbelsäulenarterien kann zu den Schwindelgefühlen führen. Auch eine Blockierung oder Fehlstellung der HWS, arthrotische Veränderungen (Verschleiß) oder muskuläre Verspannungen können genannten Beschwerden auslösen. Meist liegt eine Kombination der beschriebenen Ursachen vor. Ein muskuläres Krankheitsbild ist meist schnell und leicht zu diagnostizieren, ebenso ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule. Schwieriger ist die Diagnose bei Blockaden der oberen beiden Halswirbelkörper, dem Atlas und Axis. Gefügelockerungen, Instabilitäten des Bandapparates und häufig wiederkehrende Blockierungen könne hier ebenfalls eine Ursache für Schwindel bilden. Ein weiterer Grund für Schwindel sind Verletzungen der Halswirbelsäule. Häufig entstehen diese durch Schleudertraumta bei Auffahrunfällen. Primär ist die konservative, also nicht operative Therapie anzustreben. Diese besteht aus einer Entlastung der HWS durch eine Halskrawatte, medikamentöser Therapie mit NSAR (Diclofenac/Voltaren, Ibuprofen) als Schmerzmedikation. Eine bildgebende Diagnostik wie Röntgen, MRT, CT wird in den meisten Fällen unumgänglich sein. An erster Stelle sollte jedoch ein Ausschluss anderer Schwindelursachen wie Morbus Menière, neurologische Erkrankungen, Tumor ect. erfolgen. Sind diese Ursachen ausgeschlossen, so ist manuelle Therapie, gegebenenfalls vorsichtige Chirotherapie und stabilisierende Krankengymnastik angezeigt. Auch sanfte Wärmetherapie oder Reizstrombehandlung im Bereich der Nackenmuskulatur aber auch Akupunktur, können die Beschwerden lindern. Lokale Injektionsbehandlung der kleinen Wirbelgelenke bzw. perineurale Infiltrationen der Nervi occipitales majores sind ebenfalls angezeigt. Bei anhaltenden starken Beschwerden kann unter gewissen Umständen eine operative Therapie im Rahmen einer Dekompression (Abtragung einengender knöcherner Anteile) notwendig sein oder aber auch eine Versteifungsoperation eines oder mehrerer HWS-Abschnitte um die Instabilität zu beheben. Orthopäden Seite 23 12 | GesundPlus Magazin

Trittsicheres Bergwandern erfordert Schwindelfreiheit Foto © Dušan Zidar - Fotolia.com www.regensburger-aerztenetz.de GesundPlus Magazin | 13

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