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GFJ - GesundPlus Magazin, Themenschwerpunktschwindel

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Patientenmagazin des Gesundheitsnetzes Franken-Jura

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Foto © atira - Fotolia.com Das Gefühl "Alles dreht sich" kennt wohl jeder. Nicht nur im Karussell. Schwindel – das Karussell im Kopf Robert Langer, Facharzt für Innere Medizin, Altdorf Plötzlich dreht sich alles, fast jeder hatte schon einmal dieses Gefühl. Oft stecken harmlose Gleichgewichtsstörungen dahinter. Doch manche Schwindelattacken haben tiefere Ursachen. Kehren die Symptome immer wieder, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen. Die Gründe können harmlos sein, müssen aber auf jeden Fall abgeklärt werden, da auch ernstzunehmende behandlungsbedürftige Krankheiten dafür verantwortlich sein können. Verspannungen der Rücken-, Nacken- und Schultermuskulatur sind manchmal die Ursache des Schwindels, aber auch psychische Faktoren müssen bei der Diagnosefindung berücksichtigt werden. Ob Symptome nur vorübergehend (episodisch) oder andauernd (chronisch) auftreten, kann bereits ein Wegweiser zur Diagnose sein. Schwindel ist keine eigenständige Krankheit sondern ein Syndrom. Bei akut einsetzenden Beschwerden können neurologische Störungen zugrunde liegen, aber auch Medikamente oder Alkohol erzeugen mitunter Schwindel. Verschiedene Arten des Schwindels »» plötzlich auftretender Drehschwindel für wenige Sekunden oder Minuten »» anhaltender Drehschwindel über Stunden oder Tage mit Fallneigung mit Übelkeit und Erbrechen »» Lagerungsschwindel durch Neigen des Kopfes »» Schwankschwindel mit Gang- und Standunsicherheit und Fallneigung »» Schwindel bei Reisekrankheit oder bei Höhenangst Auch psychische Erkrankungen, Stress- und Panikattacken oder eine Migräne spielen oft eine Rolle. Fehlbildungen des Gehirns, Nervenentzündungen, Tumore können Gründe für Schwindel sein. Begleitsymptome sind Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Angst, Fallneigung, Unsicherheit beim Stehen und Gehen, Ohrgeräusche (Tinnitus) oder auch Hörprobleme sowie Scheinbewegungen der Umgebung. 4 | GesundPlus Magazin

Schwindel – das Karussell im Kopf Schwindelerregende Grunderkrankungen: »» Herz-Kreislauf-Erkrankungen: zu niedriger/zu hoher Blutdruck, Herz-Rhythmus-Störungen; Schlaganfall »» Augenerkrankungen mit visuellen Wahrnehmungsstörungen »» Mangel an Vitamin B 12 oder bei Erkrankungen der peripheren Nerven, etwa im Rahmen eines Diabetes mellitus (Polyneuropathie) »» Fieber und Unterzuckerung »» Migräne »» Morbus Menière »» Multiple Sklerose »» Epilepsie »» Kleinhirnatrophien (Schwund/Abnahme) »» Kleinhirntumoren (z.B. Akustikusneurinom) »» Psychische Erkrankungen wie Angststörungen »» Alzheimer-Demenz und andere Demenz-Formen »» Entzündung durch Infektion mit Viren (z.B. Herpes-Viren) Diagnosefindung Ein wichtiges Element der Behandlung bei »Verspannungs-Schwindel« stellen physiotherapeutische Maßnahmen dar. Regelmäßige krankengymnastische Übungen sollten dann auch zu Hause weitergeführt werden um einer sogenannten »Schonhaltung« entgegen zu wirken. Bei psychisch bedingtem Schwindel haben sich psychotherapeutische Maßnahmen (z.B. Verhaltenstherapie) als erfolgreich erwiesen. In schweren Fällen können diese durch eine medikamentöse Behandlung unterstützt werden. Manchmal lässt sich eine Operation nicht vermeiden: In besonders schwierigen Fällen, beispielsweise bei Patienten mit einem Kleinhirnbrückenwinkeltumor ist eine Operation unumgänglich. Es handelt sich hierbei zwar um einen »gutartigen« (benignen) Tumor, da er aber durch sein Wachstum Nerven und lebenswichtige Areale im Gehirn verdrängt, muss operiert werden. Zunächst sollte der Hausarzt aufgesucht werden, da er am besten mit dem Krankheitsbild des Patienten vertraut ist. Für die weitere Diagnostik ist es dann allerdings ratsam einen Facharzt hinzuzuziehen: Orthopäde, Neurologe, HNO-Arzt, Psychologe, Psychiater. Untersuchungen mit der Frenzelbrille, gegebenenfalls MRT und CT mit Kontrastmittel als ergänzende Diagnosestellung. Behandlungsmöglichkeiten bei Schwindel Bei dem Auftreten wiederholter Schwindelepisoden ist der Gang zum Facharzt schon deshalb unumgänglich, um gefährliche Erkrankungen wie Schlaganfall oder Tumoren auszuschließen. Dies ist besonders wichtig, wenn der Schwindel von heftigen Kopfschmerzen begleitet wird oder über mehrere Tage anhält. Mit Medikamenten können Häufigkeit und Ausprägung der Schwindelattacken günstig beeinflusst, Übelkeit und Erbrechen gelindert werden. Sie bessern jedoch nur das Symptom, nicht die Krankheit. Was kann ich selbst tun? Das Gleichgewichtssystem im Gehirn ist lernfähig. Gleichgewichtsübungen und Aktivität sind deshalb der Schlüssel für mehr Bewegungssicherheit. Wer sich regelmäßig bewegt, sich ausgewogen ernährt und Stress abbaut, schafft wichtige Voraussetzungen für ein gesundes Gleichgewicht. Internisten Foto © psdesign1 - Fotolia.com Hausärzte Seite 20 GesundPlus Magazin | 5

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